In diesem „Seminar“ oder viel mehr Online-Sprachkurs möchte ich Euch Japanisch beibringen.

Das kommt natürlich nicht von irgendwoher: als Japanischstudentin habe ich mich bereits in den letzten Sprachkurs vorgekämpft und auch mein Auslandsaufenthalt (bevor ich anfing zu studieren) gibt mir die Zuversicht, dass ich nicht nur die japanische Sprache, sondern vor allem, und ich denke das ist das Wichtigste, die Art und Weise die japanische Sprache zu lernen verinnerlicht habe. Denn um jemandem eine Sprache wirklich beibringen zu können, muss man wissen, wie Sprachen eigentlich gelernt werden.

Die Idee kam mir schon vor längerer Zeit, ausgelöst von der ersten Japanischklausur, die ich geschrieben habe. Denn ganze zwei Drittel des Kurses sind beim ersten Anlauf durchgefallen! Da fragte ich mich: wie kann das sein? Wir habe gute Lehrer, ein hochgelobtes Lehrbuch und immerhin drei mal die Woche Unterricht. Wie kann es da passieren, dass mehr als die Hälfte die Klausur nicht schaffen?

Meine Antwort befindet sich eigentlich schon in der Frage: es kann nur an dem Lehrer, dem Lehrbuch, der Häufigkeit oder an allem zusammen liegen.

Vor diesem Hintergrund habe ich mich entschlossen, ein eigenes Lehrbuch zu schreiben. Aus der Sicht des gelernten Lernenden sozusagen. In diesem Lehrbuch möchte ich nicht so stereotyp vorgehen, wie es die meisten Lehrbücher tun: erst die eine Silbenschrift, dann die andere, zwischendurch einige Vokabeln und gestellte Dialoge, die mehr an auswendig lernen erinnern, später dann Kanji, eins nach dem anderen, aber am besten möglichst viele auf einmal… Ein „alternatives“ Lehrbuch also.
Dennoch möchte ich auch ein seriöses Lehrbuch bieten, das den Lernenden dazu verhelfen soll, Japanisch wirklich zu verstehen, denn um eine Sprache sprechen zu können, ist das Verständnis von Kultur und Sprache und deren Zusammenhang von immenser Bedeutung.

Daher gehe ich in meinem Lehrbuch auf die Art und Weise vor, wie auch ich Japanisch gelernt habe und beschreibe hin und wieder allgemeine Lernvorgänge, die dem Leser deutlich machen sollen, wie das Lernen von Sprachen funktioniert. Hat man das nämlich begriffen, erleichtert es einem das Erlernen einer beliebigen Sprache ungemein.

Hier eine kleine Einleitung zu dem, was Euch in diesem Kurs erwartet:

Wir beginnen mit der Silbenschrift Hiragana, der ersten Silbenschrift der japanischen Sprache (dazu mehr in Lektion 1).
Das ist an sich nichts Besonderes und wird auch in anderen Lehrbüchern so gemacht. Grund dafür ist: um eine Sprache lernen zu können, muss man sie erst einmal lesen können.
Wir werden im Laufe der ersten Lektionen ausschließlich Hiragana benutzen und nicht, wie das in den meisten Lehrbüchern gemacht wird, sofort mit Katakana weitermachen.
Katakana wird vor allem zur Notation fremdsprachiger Wörter benutzt, darunter fallen auch Namen und z. B. eine Vielzahl elektronischer Geräte (Computer ist ja auch Englisch, aber wir benutzen es im Deutschen).
Dennoch denke ich, dass Katakana anfangs nicht zwangsläufig notwendig ist. Zum einen ist es für Anfänger oft schwierig, die beiden Silbenschriften voneinander zu unterscheiden, davon abgesehen, dass sich der Lernaufwand um 200% erhöht. Zum anderen werden wir zunächst das Lesen und grundlegende grammatikalische Strukturen üben, für die eine Notation in Hiragana völlig ausreicht. Welche Wörter in Katakana geschrieben werden – das könnt Ihr auch später noch lernen. Und eure Namen: die kann man vorerst auch in Hiragana schreiben. Macht man mit japanischen Namen schließlich auch.
Wir lernen also zunächst nur mit Hiragana und wenn es soweit ist, dass diese Schrift und die Grundlagen sitzen, merkt Ihr gar nicht, wie schnell Ihr auch Katakana erlernen werdet.

Ich versuche hier also, Euch die japanische Sprache nach einem etwas abgewandelten „Vor-Ort-Prinzip“ beizubringen, auf eine für den Menschen natürliche Art und Weise.
Außerdem möchte ich soweit es über das Internet eben geht auch versuchen, Euch die Aussprache näher zu bringen. Zwar ist meine Aussprache nicht original Japanisch, dennoch bin ich zuversichtlich, dass sie richtig und deutlich genug ist, um sie als Ausgangspunkt zu verwenden.
Audio bzw. Videoerläuterungen zu den hier aufgeführten Lektionen gibt es in meinem Kanal auf Youtube.

Exkurs: verschiedene Aussprachen
Wie entstehen überhaupt Akzente? Jeder von uns kennt ihn: den blöden deutschen Akzent im Englischen. Schon in der Schule hatte man damit zu kämpfen, aber als Erwachsener ist man da schon lange raus und hat nur noch wenig Übung. Da passiert es häufig, dass man im Gespräch sofort als Deutscher entlarvt wird.
Auch den japanischen Akzent im Deutschen kann man schwer überhören – dabei das größte Klischee: das L statt dem R.
Ihr denkt ein a ist ein a? Weit gefehlt. Denn vor allem in verschiedenen Sprachen, aber auch innerhalb des eigenen Sprachraumes können feinste Unterschiede auftreten, die im Gespräch dann auffällig werden.
Und das muss nicht zwangsläufig durch einen Dialekt bedingt sein!
Denn nicht nur das nähere sprachliche Umfeld, sondern auch die eigene Art des Menschen beeinflussen sein Reden, seine Sprache.

Es ist also wichtig, folgendes zu beachten:
Wer in Japan verstanden werden will, kommt nicht drum rum, sich zumindest bestimmte auditive Eigenschaften der Sprache anzueignen. Dass Japaner ein Japanisch mit deutschen Akzent wohl weniger gut verstehen, wie ein Amerikaner ein Englisch mit deutschen Akzent liegt daran, dass es in Japan einfach nicht so viele Ausländer gibt und man es schlichtweg nicht gewohnt ist.

Mein Lehrbuch, kombiniert mit Videos auf Youtube, soll Euch eine Empathie mit Sprachdifferenzen und vor allem dem Sprachverhalten (auch aus pädagogischer Sicht) auszeigen.

Viel Erfolg beim Lernen!

Toni

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