Zunächst einmal sei gesagt: jeder Mensch lernt. Sei es bewusst oder unbewusst, freiwillig oder unfreiwillig, Gutes oder Schlechtes. Ohne darauf zu achten, lernen wir im Alltag so vieles – und zwar dauerhaft.
Z. B. lernen wir morgens, dass eine Kaffeemaschine unter anderem deshalb nicht funktionieren kann, weil ihr Stecker nicht eingesteckt ist. Und wir lernen, dass es wehtun kann, wenn wir vergessen, die Herdplatte auszumachen. Wir lernen, dass nicht jede Uhr gleich läut (und zwar blöderweise immer, die, auf die man zuletzt geguckt hat). Wir lernen Begriffe der Geschichte, der Politik, der Sozialwissenschaften und das nur, weil wir ein wenig Nachrichten gucken. Wir lernen, dass man morgens im Stress nicht mit Pantoffeln aus dem Haus gehen sollte. Wir lernen, dass so ein Benzintank auch mal leer sein kann. Und wir lernen, dass offene Fenster auch mal knallen können, wenn es draußen windig ist.
Und dann wären da natürlich noch die Kinder. Kinder lernen schnell und sie lernen alles, einfach alles. Gib einem Kind einen Stift und es wird lernen, wie er zu gebrauchen ist, ohne, dass man es erklären muss – früher oder später.

Doch wenn es darum geht, Dinge zu lernen, die nicht absolut notwendig, gar überlebenswichtig sind, tun wir uns häufig sehr schwer. Ein mögliches Talent zu bestimmten Dingen mal außen vor gelassen, gestaltet sich bspw. der Lernprozess einer Sprache für viele sehr schwerfällig. In der Schule hat es Jahre gedauert und woran erinnert man sich noch? Oh, wie oft ich den Satz schon gehört habe!

Hier also einige Tipps, wie man sich das Lernen etwas leichter machen kann.

Als erstes müssen Sie sich klar machen, das ein Lernprozess dauert. Mal mehr, mal weniger Zeit, aber er dauert. Oder haben Sie etwa kein zweites Mal vergessen, ein Gerät einzustöpseln und sich gewundert, wieso es nicht läuft?

Als zweites müssen Sie sich von Anfang an darüber im Klaren sein, dass Sie ohne Disziplin nicht viel erreichen werden. Alle Diäten der Welt helfen nicht, wenn man einfach nicht aufhören kann, das falsche zu essen.

Als drittes müssen Sie sich auf das Lernen vorbereiten. Denken sie darüber nach, wie viel Zeit Sie investieren wollen und können und machen Sie sich einen Stundenplan. Denn Zeitmanagement und Organisation sind bereits die halbe Miete.

Als viertes und das ist einer der wichtigsten Punkte: setzen Sie sich ein Ziel! Wie viel wollen Sie in einem von Ihnen vorgegebenen Zeitraum erreichen? Glauben Sie, Sie schaffen das? Ja? Also dann, das ist also ihr Ziel!
So ein Ziel muss und sollte nicht das Endziel sein. Arbeiten Sie in kleinen Schritten. (Beispiel Homepage: Ziel 1: ein Grundgerüst. Ziel 2: guter Inhalt. Ziel 3: ein schönes Design. Ziel 4: Feinheiten etc.)
Sie können sich aber auch Tagesziele oder Wochenziele setzen. Ganz, wie es Ihnen am besten passt und wie es Ihrer Meinung nach machbar wäre.

Als fünftes müssen Sie Ordnung schaffen. Ein eigener Bereich für ihr „Projekt“ muss her. Das kann eine Mappe sein, in dem Sie alle Materialien aufbewahren, ein Ordner auf dem Desktop, in dem Sie alles abspeichern können oder auch ein Block, in dem sie sich Notizen machen. Versuchen Sie, nichts davon mit anderen Dingen aus dem Alltag zu mischen.

Als sechstes brauchen Sie das nötige Werkzeug. Das können Stifte sein, Wörterbücher, Editoren… Überlegen Sie sich gut, was Sie brauche, damit Sie nicht mitten in der Arbeit merken, dass Ihnen etwas wichtiges fehlt.

Als siebtes sollten Sie sich jemanden suchen, der Sie unterstützt, aber auch kontrolliert. Jemand, der sich Ihre Fortschritte regelmäßig anschaut (es muss nicht zwangsläufig jemand sein, der sich auskennt, siehe achtens), aber auch darauf achtet, dass Sie sich nicht gehen lassen und faul werden.

Als achtes wäre es hilfreich, wenn Sie einige Verwandte, Freunde oder Bekannte dafür begeistern könnten, sich Ihre Arbeit, wenn sie eines Ihrer Ziele (siehe viertens) erreicht haben, anzuschauen und Ihnen ihre Meinung dazu mitzuteilen. Es sollten ehrliche Menschen sein, die sich bei der Begutachtung Mühe geben.

Als neuntes, das ist optional, können Sie sich „Gleichgesinnte“ suchen. Menschen, die Ihr Vorhaben teilen. Menschen, die sich gegenseitig unterstützen. Außerdem macht es zusammen einfach mehr Spaß und in kleinen Gruppen lernt es sich häufig effektiver: der eine versteht etwas und kann es den anderen erklären. Ein harmonischen Für- und Miteinander.

Als zehntes, das Beste kommt wie immer zum Schluss, sollten Sie eines nicht vergessen: Freizeit! Denn jedes selbstgewählte Vorhaben ist zum Scheitern verurteilt, wenn es zur Pflicht wird. Bedenken Sie, das neben all den Zielen, die Sie sich gesetzt haben, auch Ihre Freude am Projekt sehr wichtig für einen erfolgreichen Abschluss ist.
Wenn Sie merken, Sie kommen irgendwo nicht weiter, Sie das Gefühl haben, es wäre einfach nicht Ihr Tag, wenn Ihnen einfach alles auf die Nerven zu gehen scheint und Sie kurz davor sind, ihre Materialen wegzuwerfen: machen Sie eine Pause! Nehmen Sie ein heißes Bad, essen Sie etwas Leckeres, schauen Sie etwas im Fernsehen, was Sie sonst nie gucken würden. Entlasten Sie sich selbst für eine Weile vom Stress und tanken Sie neben Energie vor allem Motivation! So ein Hänger kann immer wieder vorkommen und man darf sich von ihm nicht herunterziehen lassen. Zeigen Sie es dem Hänger, in dem Sie Kraft schöpfen und beim nächsten Anlauf alles einfach besser läuft!

Und damit: viel Erfolg mit den Workshops und Seminaren, mit all Ihren persönlichen Vorhaben, mit Projekten und Träumen, die Sie sich erfüllen wollen!

Eure Toni

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